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Cover "Tarean - Erbe der Kristalldrachen"

Tarean -
Ritter des Ersten Lichts
Fantasy-Roman
Bernd Perplies
Egmont/Lyx, Nov. 2009
ISBN: 978-3802582462
476 S., broschiert
Preis: EUR 12,95

 

 

Tareans Tagebuch - 26. Viermond

Wir lagern an der westlichen Grenze von Undur, und es ist eine stockfinstere Nacht. Es ist beinahe Neumond und außerdem hängen dicke Wolken am Himmel. Die Luft riecht nach Regen. Ich hoffe, es ist nur ein kurzer Schauer und kein Dauerregen, wie es ihn manchmal tagelang in den Arden gibt, wenn sich die Wolken am Antallarmassiv und am Helvenkamm festgesetzt haben und einfach nicht weiterziehen wollen, bis sie sich völlig leer geregnet haben.

In den letzten Tagen sind wir gut vorangekommen, was nicht zuletzt daran liegt, dass Iegi uns Ro'ik und einem weiteren Greifen namens Ialshi gegeben hat, auf denen Auril und ich reiten. Wir würden vielleicht sogar noch schneller vorankommen, müssten wir nicht auf Bromm und Haffta Rücksicht nehmen, die am Boden neben uns herlaufen. Aber auch wenn es mich zum Cerashmon zieht, um meiner traurigen Pflicht nachzukommen, Moosbeere zu den Irrlichtern zu bringen, nehme ich dieses langsamere Reisen doch gerne in Kauf, solange meine Freunde um mich sind. Gerade Bromms starkes Kreuz und seine ruhige Stimme sind für uns alle dieser Tage wertvoller denn je. Er ist unser Fels in der Brandung, unerschütterlich. Er hilft Auril, mit dem Tod meines Zwillings fertig zu werden, er klopft mir aufmunternd auf den Rücken, wenn mich die Trauer überkommt, und . nun . für Haffta sind wir wohl alle eine Art Ersatzsippe - und Bromm ist ihr Beschützer.

Immer wieder muss ich an unsere Verluste denken, an diese furchtbaren letzten Tage in den Glutlanden und den Dunkelreichen. Im Traum sehe ich geifernde Dämonen, die über Fenrir, Auril und die anderen herfallen. Ich wünschte mir, die Rückkehr der Kristalldrachen wäre nicht mit dem Leben so vieler unserer Gefährten erkauft worden. Nun lehrt schon das Buch Vazar, dass die Dreigötter vor allem jenen ein glückliches Gelingen schenken, die bereits sind, dafür Opfer zu bringen. Andererseits . wie sehr kann ich den Worten eines Buchs Glauben schenken, dessen mythischen Ursprung ich seit meinen Erlebnissen stark anzweifle. Wer weiß, ob der Verfasser Vazar . oder sollte ich lieber Thavazaron sagen? . jemals begegnet ist oder ob er sich diese salbungsvollen Weisheiten einfach alle selbst ausgedacht hat, wozu auch immer. Ich frage mich, was er wohl davon halten würde, wenn ich zu ihm ginge und sagen würde, ich wäre seinem, wäre unserem Gott begegnet. Hätte ihn aus einem Kerker in den Dunkelreichen befreit, in dem übrigens keineswegs die Seelen der Sünder zur Strafe für ein unredliches Leben gegen Dämonen kämpfen müssen, sondern vielmehr tapfere Geister von Männern und Frauen das Gefängnis von Ghorca'than - dem Herrn der Tiefe - und seiner Brut bewachen. Habe ich die ganze Zeit lang einem falschen Glauben angehangen? Oder wollten die Kristalldrachen, dass wir in ihnen die Dreigötter sehen? Ach, mir schwirrt der Kopf. Ich würde so gerne Bruder Ingold in Dornhall dazu befragen. Oder besser noch Bruder Lanfert, den ich bei den Gesetzlosen von Thal traf. Er wüsste hierzu sicher einiges zu sagen. Ich frage mich, wie es ihm wohl geht .

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